Mittwoch, 17. August 2016

Irre Flixbusfahrt - Wir sammeln Erfahrungsberichte über Flixbus. Kommentiere jetzt!

Wenn auch Du eine Geschichte mit Flixbus erlebt hast, dann teile sie bitte hier mit uns. Je mehr Erfahrungsberichte wir zusammentragen, desto besser können wir uns wehren.


Passagiere vor dem Flixbus, der zurück nach Dortmund fahren musste
Mir selbst ist am Sonntag, dem 14.08.2016 eine unglaubliche Geschichte passiert: Unser Busfahrer für die Fahrt nach Berlin hatte am Startort in Mönchen-Gladbach den falschen Bus genommen. Das fiel ihm kurz vor Hannover auf, und dann ist er mit 40 Passagieren an Bord einfach zurück nach Dortmund gefahren. Aus normalerweise 8 Stunden Fahrt wurden 14 Stunden. Um kurz nach 21 Uhr waren wir dann endlich in Berlin.

Kurze Zusammenfassung aus den WDR Nachrichten.

Mein Sohn und ich stiegen um 7.25 Uhr in Düsseldorf in den Flixbus Linie 030 ein, der pünktlich um 7.40 Uhr mit Ziel Berlin abfuhr. Auch in Dortmund stiegen weitere Fahrgäste ein, der Bus fuhr von dort um 9.20 Uhr pünktlich weiter.

Ich hatte noch vor Abfahrt in Düsseldorf die Bustoilette benutzt und den Fahrer darauf hingewiesen, dass weder Toilettenpapier noch Handwaschbecken-Wasser vorhanden war.

So weit - so gut. Die Fahrt verlief staulos und problemfrei. Um 12.00 Uhr hatten wir Hannover fast erreicht.

Und dann passierte etwas Merkwürdiges. Einer der beiden Busfahrer gab über den Lautsprecher Folgendes bekannt:

"Es ist leider etwas Blödes passiert. Wir haben den falschen Bus. Und wir fahren jetzt zurück nach Dortmund."

Ende der Ansage. Ich unterhielt mich gerade mit einem Sitznachbarn, der kein Deutsch sprach, und sich über meinen verdutzten Gesichtsausdruck wunderte. So übersetzte ich ihm den Text auf Englisch. Als der junge Mann mich nun seinerseits erstaunt ansah, lachte ich, und sagte "He's just kidding! What a funny guy." Da lachten wir beide.

In der nächsten Minute aber bemerkte ich, dass der Bus sich auf der Autobahnabfahrt befand. Ich schaute, von meinem Platz ganz vorn im Doppeldecker hatte ich ja gute Sicht, und entdeckte einen Autohof direkt bei der Abfahrt. "Ah", dachte ich, "er fährt den Autohof an", doch als der Bus dann links abbog, und ich vor mir das Schild "Autobahn Richtung Dortmund" sah, schwante mir Übles. Ich stand auf, und ging die Treppe herunter zu den beiden Busfahrern.

"Was machen Sie da?" fragte ich entsetzt.
"Wir fahren zurück nach Dortmund", erwiderte der Busfahrer.
"Das ist jetzt nicht Ihr Ernst!?!" stieß ich fassungslos hervor.
"Doch", war seine einsilbige Antwort.
"Warum??"
"Wir haben den falschen Bus, und deshalb müssen wir jetzt zurück nach Dortmund", antwortete der Busfahrer, und nahm die Autobahnauffahrt Richtung Dortmund.
"Wir sind kurz vor Hannover", entgegnete ich, "Lassen Sie uns wenigstens am Bahnhof in Hannover raus!"
"Das würde ich gerne", bedauerte der Busfahrer "aber ich habe die Weisung bekommen, direkt zurück nach Dortmund zu fahren."
"Das ist absurd!" Ich konnte es nicht fassen. "Das sind mindestens vier Stunden Umweg, völlig unnötig. Lassen Sie uns in Hannover raus."
"Nein, das geht nicht."
"Sagt wer?", fragte ich, "geben Sie mir die Nummer des Verantwortlichen bei Flixbus. Da kann doch nur ein Missverständnis vorliegen."
"Rufen Sie doch die Hotline an", war die lapidare Antwort.

Schnell war ich das Treppchen wieder hochgelaufen und bat meine Mitreisenden um Aufmerksamkeit.
"Alle mal herhören, wir haben ein Problem!"
Viele schliefen und wurden jetzt erst wach. Die, die wach waren, wendeten sich mir zu.
Ich schilderte in knappen Worten die Sachlage, und sofort machte sich ein Sturm der Entrüstung breit.
"Das geht doch nicht!"
"Wie kann das sein!?"
"Ich habe einen wichtigen Termin, ich muss unbedingt heute nachmittag in Berlin sein."
"Ich muss arbeiten!"
Alle redeten durcheinander.

"Ich bitte euch um Ruhe. Ich werde das klären", bat ich die aufgeregte Menge, und lief wieder runter zu den Busfahrern.

Dort standen nun auch zwei junge Männer, die keinesfalls zurück nach Dortmund wollten, und mit den Fahrern eine Diskussion begannen. Erfolglos.

"Sie können uns nicht zwingen, nach Dortmund zurück zu fahren", sagten wir, "halten Sie wenigstens irgendwo an, von wo aus wir weiter reisen können."

Der Busfahrer bog im nächsten Moment auf einen Parkplatz ab, auf dem ein Toilettenhäuschen stand und sonst nichts. Er hielt den Bus, und sagte "Bitte, dann steigen Sie aus."
"Wie, hier auf dem Parkplatz?" fragte ich entsetzt.
"Ja, Sie wollten doch raus, dann steigen Sie aus", entgegnete der eine Busfahrer.
"Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder?" fragte ich um Fassung ringend. "Hier könnte ich nichtmal weiter trampen, weil das die falsche Autobahnseite ist. Abgesehen davon möchte ich nicht trampen. Ich möchte mit diesem Bus nach Berlin fahren, so wie ich es gebucht habe. Oder Sie setzen uns, die nicht zurück nach Dortmund wollen, an einem Bahnhof ab. Bis Hannover sind es keine 30 Km mehr".

Auch der Subunternehmer Herr A., der Chef der beiden Busfahrer, den mein Mitreisender Thomas umgehend angerufen hatte, gab auf die konstruktiven Lösungsvorschläge unsererseits keine andere Antwort als "Tut mir leid, das geht nicht anders. Sie fahren jetzt zurück nach Dortmund".

"Ich habe soeben die Fahrgastrechte auf der Flixbusseite gelesen. Das dürfen die gar nicht", sagte Timo, ein weiterer Mitreisender, zu mir, und zeigte mir die Passagen, die uns betreffen.

Nachdem Herr A. das Gespräch mit Thomas einfach durch Auflegen beendet hatte, rief ich Herrn A. an.
"Guten Tag Herr A., der Passagier Thomas hat Ihnen eben drei machbare Lösungen vorgeschlagen. Wie kommen Sie dazu, die Fahrgastrechte zu missachten und einfach zu behaupten, es ginge nicht anders, als die von Ihnen gewählte Lösung, und dann dreisterweise einfach aufzulegen?"

"Was wollen Sie? Ich habe Ihnen erklärt, dass es keine Busse in Dortmund gibt. Es geht nunmal nicht anders."
"Wir befinden uns kurz vor Hannover. Von dort können alle Passagiere, die Termine haben, weiter reisen. Und Sie wollen uns gegen unseren Willen zurück nach Dortmund karren? Wissen Sie, was Sie da tun?"
"Tut mir leid, das geht nicht anders. Sie fahren jetzt zurück nach Dortmund", erwiderte Herr A. desinteressiert.
"Ich weiß, es ist Sonntag", sagte ich, "Sie müssten jetzt etwas organisieren, und auch sicher ein paar Euro in die Hand nehmen, um einen Ersatzbus zu organisieren. Aber das ist ja wohl Ihre Pflicht als Busunternehmen. Wir haben einen Vertrag mit Ihnen, den können Sie nicht einfach auslegen, wie Sie wollen, nur weil es leichter für Sie zu sein scheint."
Mittlerweile platzte mir fast die Hutschnur, ich riss mich sehr zusammen, um ruhig zu bleiben.
"Herr A., wenn Sie mich gegen meinen Willen zurück nach Dortmund fahren, verklage ich Sie, und diese Lösung wird weit teurer als das, was Sie durch Ihre Idee versuchen einzusparen."
"Ja, dann verklagen Sie mich doch", sagte Herr A. fast amüsiert, bevor er das Gespräch durch Auflegen beendete.

Mein Sohn hatte derweil die Polizei angerufen. Die sagte ihm, das sei zivilrechtlich alles sehr strittig, aber sie könnten nichts machen, da der Tatbestand Entführung ja nicht zuträfe, weil man uns angeboten hat, am Autobahnparkplatz auszusteigen.

"Was machen wir denn jetzt?" fragte der eine Busfahrer den anderen, etwas hilflos, denn er sah durchaus die Logik in den von uns vorgetragenen Vorschlägen.
"Ach, egal", rief der zweite Busfahrer entschlossen, "Mir reicht es jetzt, wir fahren weiter!"
Gesagt, getan, und schon waren wir wieder auf der Autobahn. Richtung Dortmund.

Ich fühlte mich machtlos, in dem Moment, meiner Freiheit beraubt.

Ich wollte nicht zurück nach Dortmund. Es gab weder einen technischen Defekt, noch höhere Gewalt, keinen Unfall, gar nichts. Wir 40 Passagiere sollten die Unfähigkeit des Unternehmens Flixbus auf unserem Rücken austragen? Was für eine Dreistigkeit. Kein Herr A. der Welt kann uns so etwas ohne weitere Folgen zumuten. Challenge accepted.

Ich ging hoch, zu den anderen, und schilderte den Verlauf der Gespräche. Als alle realisierten, dass wir einfach nicht ernst genommen und gegen unseren Willen nach Dortmund zurück gebracht werden, stieg der Unmut. Zu recht. Um einen Aufruhr zu vermeiden, schlug ich vor, dass wir uns zusammen tun.
"Ich werde klagen", kündigte ich an, "und wer möchte, kann sich mir anschließen. Bitte tragt eure Kontaktdaten auf die Liste ein, die mein Sohn gleich herumgibt. Dann werde ich euch anschreiben und auf dem Laufenden halten."

Alle, wirklich alle 38 Passagiere plus mein Sohn und ich, trugen sich ein. Ich habe die Liste hier zu Hause. Aber dazu später.

Nach gut zwei Stunden Fahrt bogen wir um 14.15 Uhr auf den ZOB Dortmund ein, dem Busbahnhof, den wir am selben Tag um 9:20 Uhr verlassen hatten.

Die Journalistin der BILD macht Interviews vor Ort
Ich hatte zwischenzeitlich Kontakt zur Presse aufgenommen. Die Journalistin der BILD Düsseldorf/Dortmund, Dorothea Schmitz, war bereits auf dem Weg und traf kurz nach unserer Ankunft am Busbahnhof Dortmund ein.

Sie interviewte verschiedene Passagiere, die vor dem Doppeldeckerbus auf die Weiterfahrt warteten. Etwa 10 Personen waren jedoch schon eigenständig zum Bahnhof gegangen, um ihre Reise, auf eigene Kosten, mit der Deutschen Bahn fortzusetzen.
Ich hatte währenddessen Fotos gemacht, um dokumentieren zu können, was wir erleben.

Später wird der Pressesprecher von Flixbus, Gregor Hintz, fälschlich behaupten, es sei ein Ersatzbus dort gewesen, in den wir umgestiegen seien.
Das ist unwahr. Zu keiner Zeit haben die 40 Passagiere der Linie 030 den Bus gewechselt. Richtig dagegen ist, dass wir mit exakt demselben Bus nach anderthalb Stunden Aufenthalt in Dortmund und der Aufnahme von 26 neuen Passagieren weiter nach Berlin fuhren, wo wir um 21.00 Uhr am ZOB ankamen. Viele Zeitungen haben bedauerlicherweise die Fehlinformation des Herrn Hintz nicht verifiziert, und haben seine falsche Version verbreitet. 

Einige der Passagiere hatten nicht genug zu essen und manche auch einfach nicht das Geld, um etwas an den Imbissständen zu kaufen. Doch es gab keine Getränke oder Snacks von Flixbus. Auch dies ist ein klarer Verstoß gegen die Fahrgastrechte.

"Ich laufe mal schnell zum Supermarkt, Wasser für alle holen", sprach mein Sohn mich an. "Die Leute müssen doch was trinken!"
Und so kam es dazu, dass die Passagiere wenigstens von uns notdürftig versorgt wurden.

Iassin (11) zeigt auf den Bus, der ohne uns früher nach Berlin fährt. 
"Schau mal", stupste mich Iassin, der elfjährige alleinreisende Junge an. "Da steht noch ein Bus nach Berlin".
Tatsächlich. Etwa 20 Meter entfernt stand ein weiterer Bus mit dem Ziel "Berlin", die Linie 031.
Wenige Minuten später machte sich dieser Bus auf die Reise. Ohne uns. Wir mussten eine weitere Stunde auf unsere Abfahrt warten.

Drei minderjährige alleinreisende Kinder, 11, 13 und 14 Jahre alt, hatten wir an Bord. Der elfjährige Iassin war, als die Nachricht kam, sehr verzweifelt, da er seine Mutter erst nicht erreichen konnte. Mein Sohn hat sich seiner angenommen, und so ging es Iassin bald wieder besser. Doch die dreizehnjährige Joana (Name geändert) war, zurück in Dortmund, nervlich so fertig und so aufgelöst, dass sie die Reise nicht fortsetzen konnte. Sie ließ sich von Freunden abholen.


Wie steht es bei 80% Marktanteil eigentlich um den Verbraucherschutz?

Flixbus sendete uns, während wir noch in Dortmund standen, eine SMS, in der das Unternehmen uns als Entschädigung eine europaweite Freifahrt anbietet. Keine*r meiner Mitreisenden, mit denen ich bisher geredet habe, hat Interesse daran gezeigt, eine lange europaweite Freifahrt mit Flixbus anzunehmen. Im Gegenteil, einige fühlten sich durch dieses Angebot im Hinblick auf unsere Erfahrung verhohnepiepelt und billig abgespeist. Die Rückzahlung der Fahrtkosten ist laut Fahrgastrechte in so einem Fall ohnehin vorgeschrieben.

Derzeit lasse ich von Juristen prüfen, wie die Sachlage sich unter juristischen Aspekten darstellt, um eine eventuelle Klage gut vorzubereiten. Außerdem werden wir mit der Verbraucherzentrale in Kontakt treten, um auch dort einmal die grundsätzlichen Fragen des Verbraucherschutzes im Zusammenhang mit großen Busunternehmen zu besprechen.

Wenn auch Du eine Geschichte mit Flixbus erlebt hast, dann teile sie bitte hier mit uns. Je mehr Erfahrungsberichte wir zusammentragen, desto besser. Gemeinsam können wir uns besser wehren.

Klicke hier, wenn Du wissen willst, wie es weiter geht: Nächster Bericht folgender Ereignisse

Herzliche Grüße,
Christiane Schinkel
aus Berlin



P.S.: Bitte habt Verständnis, dass ich hier nur Flixbus-Erfahrungsberichte freischalte.

Kommentare:

  1. Hallo,
    Vorab: Jetzt folgt eine lange Schilderung über meine Höllenfahrt mit Flixbus am 14.08.2016, aus meiner Sicht auf die Situation.
    Ich habe auch eine kleine Höllenfahrt mit Flixbus hinter mir. Ich buchte ein One way Ticket von London Victoria bis Essen Hbf für den 14.08.16
    Losgehen sollte die Fahrt um 11 Uhr morgens Ortszeit mit „Verbindung 80“ der Flixbus Flotte. Der Bus war um kurz vor 11 da, startete dann um ca. 11:15 Uhr. Die Ankunft sollte um 22:45h (deutscher Zeit) in Essen am Hbf erfolgen. Der Fahrer hatte sich nicht vorgestellt, das übernahm Nico (erinnere mich an beide Namen nicht mehr 100%) im Flixbus Hemd. Er sagte, dass wir ein paar Minuten Verspätung haben, mit der Fähre die Überfahrt machen und das WLAN ab Deutschland funktionieren wird. Er machte noch Späße das der Fahrer erst vor kurzem gelernt hat in London Bus zu fahren, wir hielten es für einen Scherz but little did we know. Man hörte dann wie „Nico“ dem Fahrer sagte „driving on the right here is like driving on the left in Germany“ – nicht sehr beruhigend oder? Irgendjemand aus dem Bus hatte ihn nach hinten gerufen und da hat er gesagt, dass wir um 13:20h die Fähre nehmen würden. Gegen 13:50 Uhr kamen wir in Dover an, also deutlich verspätet obwohl kaum Verkehr war. Dort stieg „Nico“ aus, verabschiedete sich freundlich und kam nicht zurück. Der Fahrer fuhr um die Parkplätze rum, dann zur Passkontrolle, für die wir aussteigen mussten, und danach fuhr er vor ein kleines Gebäude, hielt an, stieg ohne ein Wort zu sagen aus. Er ließ zwar die Bustür auf aber keiner wusste was er tun würde, wohin er ging und wann er zurückkommen würde (ca. 14h Ortszeit England). Um 14:45 Uhr kam er ungefähr wieder zum Bus, stieg ein und fuhr mit uns zur Fähre. Ohne irgendwelche Hinweise wie die Fahrt wann und wie weitergeht. Es stellte sich dann heraus, dass wir um 15:15h die Fähre in Richtung Calais nehmen würden. Auf der Fähre geparkt ging ich auf den Fahrer zu (der komischerweise nicht erklärte auf welchem Deck wir parkten, zur Orientierungshilfe) und fragte ob er wüsste wann wir in Essen am Hbf ankommen würden. Die Antwort die ich bekam war: „That depends on the traffic.“ – Als ich den Zeitplan auf der Flixbus Webseite fand, sah ich dass wir um 16:30h (Deutsche Ortszeit) in De Panne (Belgien) hätten ankommen sollen. Das war ja unmöglich, da es bei Fährt auf die Fähre bereits 16:10h in Deutschland und Belgien war. Während der Fährfahrt wendete ich mich per Directmessage von Twitter bei Flixbus und bat um Auskunft. Mein Problem war, dass ich ab 23:18 Uhr die letzte Chance hatte direkt nach Hause zu kommen, mit zwei Umstiegen. Bei starker Verspätung würde ich diese Verbindung verpassen und müsste laut Auskunft der VRR App bis zum frühen Morgen des 15.08.16 auf eine Fahrt nach Hause warten, ergo am Essener Hbf schlafen. Als Antwort bekam ich, dass man sich melden würde, und man ab Ankunft auf dem Kontinent sind (das war der Wortlaut von Flixbus). Um 16:55h fragte ich was passiert, wenn ich durch die Verspätung in Essen strande. Keine Reaktion.

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  2. Um ca. 18h (deutscher Zeit) kamen wir in Calais an. Auch da keine Reaktion vom Fahrer oder von Flixbus. Um 18:24h schrieb ich Flixbus dass der Fahrer sich noch mit keinem Wort meldete und wir, wenn man von De Panne ausginge, fast 2h Verspätung haben. Auch hier kam keine Reaktion.
    Also rief ich die Hotline vom Bus aus an. Nach wenigen Minuten kam Philipp and Telefon und hörte sich meine Geschichte an, bis der Anruf nach 4 Minuten, wegen der schlechten Verbindung auf der Autobahn abbrach. Also rief ich erneut an, dieses Mal ging eine Frau ran, mit sehr schlechtem Deutsch. Ich erklärte ihr die Situation und sie riet mir ein Hotel oder Taxi zu buchen und die Rechnung an Flixbus zu senden. Darauf hin ging eine Diskussion los da ich ihr erklären musste, dass es mir nicht möglich ist 50€ aufwärts für ein Taxi oder Hotel zu zahlen, da ich dieses Geld als Studentin schlicht und ergreifend nicht auf meinem Konto habe bzw. Nicht spontan ausgeben kann nur weil der Fahrer lieber Däumchen dreht und trödelt statt sich an die Zeiten zu halten die Flixbus ihm gibt. Die Dame verstand mein Problem nicht, schaute zwar online nach ob ich Recht habe, und stellte sehr schnell fest, dass ich wirklich keine Chance habe von Essen aus ohne Auto Heim zu kommen nach 23:18h. Sie könne leider nichts machen würde aber, wenn ich in der Leitung bleibe mit ihrer Chefin sprechen. Nach da 15 Minuten kam sie zurück ans Telefon und sagte mir dass es keine Chance gibt, dass Flixbus einen Bus als Taxi für uns strandende Leute senden kann, kein Hotel und/oder Taxi zahlen und buchen kann. Ich habe sie dann gefragt ob sie mir damit also sagen will, dass ich wegen der Trödelei des Fahrers am Essener Hbf auf einer Bank schlafen muss. Darauf hin druckste sie herum und meinte „Nein, nicht direkt, aber sie können ja ein Hotel buchen oder Taxi rufen und Flixbus die Rechnung senden“ obwohl ich ihr davor mehrfach erklärte das mir das nicht möglich sei. Es könne mich auch niemand einfach Nachts abholen, das erklärte ich ihr auch. (Diese Möglichkeit fand ich auch sehr unverschämt, denn wieso sollten die Leute die am nächsten Tag arbeiten müssen, spontan stundenlang durch die Gegend fahren, wenn ein Flixbus Fahrer lieber trödelt als seinem Job nach zu gehen? Warum muss Verwandtschaft das ausbügeln und vor allem darf man doch nicht davon ausgehen das überall Mittel und Wege verfügbar sind um, um 01:13h nachts von einem Bahnhof abgeholt zu werden. Aber das ist vielleicht nur meine Ansicht, da ich ungern anderen zur Last falle, auf eine Sonntag Nacht) Die Chefin war zu beschäftigt um mit mir zu sprechen, also übernahm das danach ein Mann, der mir auch sagte dass ich praktisch Pech gehabt habe (nicht mit diesen Worten aber im Grunde war das die Quintessenz). Gerade als er erkannte, dass ich aber wirklich keine Chance hatte Heim zu kommen, weil er die Strecke googelt und erkannte das auch kein Flixbus von Essen aus nach Herten fahren würde (was will Flixbus auch bitte in Herten?!) brach die Verbindung ab. Und ab da kam ich auch trotz Warteschleife in keinen „persönlichen“ Kontakt mehr mit Flixbus Mitarbeitern. Inzwischen war es 20:55h, De Panne hatten wir ausgelassen und waren von Brügge auf dem Weg nach Antwerpen. Dann sah ich zwischen den Anrufpausen, dass Flixbus mir schrieb, dass wir um 0:15h voraussichtlich Essen Hbf erreichen werden. Natürlich würde ich patzig, da ich keinerlei Hilfe oder Alternativen bekam. Ich schrieb, dass ich weinend im Bus sitze, nicht weiß wie ich Heim komme und habe auch mehrfach die Fahrtverbindung ab Essen Hbf als Screenshot mitgeschickt, damit den Menschen bei Flixbus klar wird, dass ich nicht aus Langeweile bei der langen Fahrt anrufe oder weil ich mir was erschleichen will sondern wirklich nicht nach Hause komme, wegen des trödelnden Busfahrers.

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  3. Um 20:34h bekam ich von Flixbus die Antwort, dass ich kein Anrecht auf irgendwelche Erstattungen hätte (würde ich in ein Hotel in Essen gehen oder ein Taxi rufen) da die Verspätung ja unter 2h wäre (wir sind ja nur mit 15 Minuten Verspätung in London los gefahren). Die AGB’s habe ich laut Flixbus wohl falsch verstanden, denn diese würden sich darauf berufen, dass Informationen nur zu Beginn der Fahrt gegeben werden müssen aber nicht während der Fahrt. Es würde aber als Kritikpunkt aufgenommen werden. Und das alles würde aber nichts daran ändern dass sich die AGBs nur auf Anschlüsse beziehen die zB mit Flixbus ab Essen gebucht wurden, nicht aber auf Anschlüsse die ich mit der Deutschen Bahn erreichen würde oder fahren würde. Auf die Nachfrage von Flixbus, wo genau ich hin müsste, nannte ich Adresse bzw. Die Zielhaltestelle. Nach 30 Minuten bekam ich die Antwort das man auch keine Alternative bieten kann, da der Beförderungsvertrag bis nach Essen gilt. Darauf hin habe ich mich „bedankt“ und gesagt dass ich dann dank Flixbus am Essener Hbf schlafen darf. Ich teilte mit, dass ich so vielen Menschen wie Möglich von diesem Service erzählen werde. Darauf hin kam um 5:59h morgens eine Nachricht, die versucht hat die Verspätung zu erklären und mir einen Gutschein angeboten hat. Ich habe Flixbus darüber informiert dass der Fahrer getrödelt hat und auch dass er definitiv nicht genügend Pausen gemacht hat. Darauf kam keine Reaktion sondern nur noch die Worte dass man mir jetzt einen Code ausstellen könnte für ein One Way Ticket, europaweit der ein Jahr lang gültig und übertragbar sei. Ich habe mir den Code schicken lassen. Ob ich damit Buche ist die andere Frage.


    Ein kurzer Randinfozusatz: Wenn die AGBs es so besagen wie Flixbus es mir geschrieben hat in den privaten DM’s bei Twitter, dann sollte es auch so deutlich in den Fahrgastrechten formuliert sein. Die Ruhepausen wurden in der Form nicht eingehalten. Der Fahrer hat zwar auf der Fährfahrt bereits eine Pause gehabt aber danach immer nur das Steuer verlassen, wenn er die zusteigenden Gäste eingecheckt und Gepäck aus und in den Bus geladen hat. Wir sind erst um 01:13Uhr in Essen angekommen, um 11h Ortszeit in London los gefahren und eigentliche Ankunft war 22:45h.
    Es soll gesagt sein das meine Mutter sich mitten in der Nacht auf den Weg machte um mich von Essen Hbf abzuholen, obwohl sie am nächsten Tag arbeiten musste und damit insgesamt 4 Stunden mitten in der Nacht unterwegs war nur um den Fehler den der Fahrer bewusst gemacht hat auszubügeln. Sowas geht nicht.
    Ich hätte mir einfach mehr Kulanz und Verständnis für mich als Kundin und Mensch gewünscht. Ich hätte kein 5* Hotelzimmer für die Nacht erwartet, was ich mehrfach betonte, und auch nichts erschleichen wollte sondern lediglich eine Nacht die nicht auf einer Bahnhofsbank gewesen wäre, mit einem großen Koffer und meinem Handgepäck, allein am Hbf in Essen oder ein Taxi das durch Flixbus gebucht wurde. Das ich am Ende nicht auf der Bahnhofsbank schlafen musste, habe ich am Ende nur meiner Mama zu verdanken, die ich trotz der späten Uhrzeit noch spontan erreichen konnte. Und man kann es meiner Meinung nach nicht als selbst verständlich nehmen, dass die Mutter sich um solche Uhrzeiten für mindestens 4h auf die Socken macht um das Kind ab zu holen, weil der Fahrer lieber Stadtrundfahrten macht und sich – gefühlt- die Nägel lackiert bei der Fahrt und so Verspätungen verursacht. Und ja, ich hätte auch anhand von Kontoauszügen Flixbus beweisen können dass es mehr nicht möglich gewesen wäre eine Rechnung in der Art zu begleichen. Aber Flixbus war egal ob ich mich im Bus sicher fühle, mit dem Fahrer der 3000 Stunden am Stück fährt, ob ich am Hbf schlafe wegen des Unternehmens oder ob ich überhaupt nach Hause komme.

    Für Fragen, Screenshots der Anrufzeiten und Nachrichten etc. Stehe ich zur Verfügung.

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  4. Kommentar von facebook übertragen:

    "Ich bin einmal-und-nie-wieder mit flixbus von Aachen nach Berlin und zurück gefahren. Die Rückfahrt hat 11 Std gedauert, ohne dass es irgendwelche besonderen Vorkommnisse gegeben hätte. Einfach wegen langsam fahren, ständig überall anhalten usw. Ich unterhielt mich längere Zeit mit dem Bus Fahrer. Dabei erfuhr ich, dass er einen super geringen Stundenlohn erhält, nach der berechneten Arbeitszeit den Bus einschließlich Klo unbezahlt putzen muss und absolut kuriose Arbeitsbedingungen hat. Er kam aus Berlin. Seine 40 Stunden-Woche war in Aachen zu Ende. Dort durfte er das Wochenende in einem Hotel im Industriegebiet verbringen. Um in die Innenstadt zu kommen, musste er ein Bus Ticket lösen. Usw usw. Es war mehr als deutlich, dass die billigen Fahrpreise ausschließlich durch die massive Ausbeutung der Fahrer möglich ist. Das möchte ich niemals mehr unterstützen, mal abgesehen davon, dass mir durch das 11stündige Geruckel im Bus klar geworden ist, wie komfortabel es ist, mit der Bahn zu reisen.

    Claudia I."

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